ROBIN GIBB. WALLS HAVE EYES
November 1985
'Walls Have Eyes' ist eigentlich beinahe ein Bee
Gees Reunion Album: Barry Gibb
ist Co-Autor bei acht von zehn Songs und singt bei 'Toys', Maurice
Gibb spielt mal wieder den Bass (zum letzten Mal) und
hat co-produziert, und Robin Gibb zeigt das Gespür für einfache
Popsongs, wie früher auf so vielen Bee Gees
Alben. Eigentlich genau die Mischung, die ein gutes Bee
Gees Album ausmachen würden. Lediglich die Produktion
lässt, wie so oft bei Soloalben Robin Gibbs,
einige Wünsche offen.
Kommerziell eine Katastrophe (in Amerika gar nicht veröffentlicht) zeigt dieses Album am eindruckvollsten wo die Schwächen der Bee Gees Solo-Arbeiten liegen und was die Stärken der gemeinsamen Unternehmungen sind. Welche Aufgabe Tom Dowd, einst Assistent von Arif Mardin (==> News) und Produzent vieler Welterfolgs wie etwa 'Atlantic Crossing' von Rod Stewart ('Sailing'), als Co-Produzent auf diesem Album zukam, bleibt ein Rätsel.
Die Highlights des Albums sind ganz klar 'Toys', eine Ballade mit einem dieser Refrains, wie sie nur aus einer Gibb-Feder kommen können und 'You Don't Say "Us" Anymore', einem Popsong mit einer schönen Melodie. Aber auch allen anderen Songs sind Beispiele für erstklassiges Songwriting aus dem Hause Gibb!
Der wohl langweiligste Song des Albums, 'Like A Fool', wurde als Single veröffentlicht - praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit. Von 'Toys' gab es ein Video. Offenbar sollte der Song ebenfalls als Single ausgekoppelt werden aber der Misserfolg von 'Like A Fool' und die Tatsache, dass man für das Album keinen US-Vertrieb finden konnte, ließ dieses letze Soloalbum Robin Gibbs für 18 Jahre sang- und klanglos untergehen. Sowohl Vinyl als auch CD sind heute begehrte Sammlerobjekte!






