THIS IS WHERE I CAME IN
April 2001
1998 lief mit dem Album One Night Only der Vertrag der
Bee Gees mit Polydor
aus. Als nun ein
neuer Vertrag her musste, um ein neues Album veröffentlichen zu können,
war Polydor wieder Ansprechpartner Nummer 1 für
die Brüder Gibb.
Allerdings hatte sich seit 1998 doch im Musikgeschäft einiges
verändert. Die Umsätze sanken jährlich, Napster und Konsorten
verschreckten die Musikindustrie und der CD-Brenner wurde zum
natürlichen Feind es Musikers erklärt. Das brachte Druck vor allem für
die Musiker, also auch für die Bee Gees,
die einen vernünftig dotierten Vertrag suchten. Schließlich akzeptierte
man einen Vertrag für ein Album mit der Option auf eine Compilation.
Mehr war zum damaligen Zeitpunkt trotz der Erfolge, die die Bee
Gees zuletzt hatten, sicher nicht drin.
Das Ergebnis
'This Is Where I Came In' kam dann sehr
zwiespältig daher! Einerseits war es eine Produktion ohne
Schnick-Schnack, gitarrenorientiert, also eher akustisch, auf der
anderen Seite wirken einige Songs unfertig, mit Drum-Programming vom
Schlimmsten, fast wie ein Demo. Besonders die Ballade 'The Extra Mile',
ursprünglich für die Olympischen Spiele 2000 komponiert, wirkt sehr
dünn, was schade ist.
Highlights: 'Déjà Vu'
von Robin
Gibb
interpretiert, die Single 'This Is Where I Came in', die hier etwas länger ist und das
wunderschöne 'Wedding Day'. Tiefpunkte: die Maurice Gibb
Titel (wie fast immer). Witzig: 'Technicolor Dreams' von Barry
Gibb.
Die englische und japanische Veröffentlichungen enthalten mit 'Promise The Earth' und dem grandiosen 'Just On Case' noch zwei Bonus Tracks.
Mit dem Titel des Albums deuten die Bee Gees an, dass die 1998 begonnene Rückschau mit diesem Album weitergeführt wird. Es wird ein Bogen geschlagen, zurück zu ihren Anfängen, was nicht nur das Video zur Single belegt.
THIS IS WHERE
I CAME IN - DVD
Zu dem Album gibt es
eine wundervolle gleichnamige 120 minütige
Dokumentation, die so ziemlich alle Bedürfnisse des Bee Gees
Fans befriedigt (auch dann, wenn man 'Keppel Road' schon kennt). In der
Doku kommen neben den drei Brüdern, deren Mutter, Sir George Martin,
Robert Stigwood u.a. zu Wort. Unzählige Aufnahmen aus Fernsehauftritten
in den 60er Jahren zählen für mich zu den Highlights. Aber auch sonst
gibts aus allen Perioden ihrer Karriere prima Material zu bestaunen.
Live, im Studio usw. Zusätzlich gibts das Video 'This Is Where I Came
In', eine Galerie mit Fotos und Plattencovern, Biografien zu den
Gastrednern der Doku und kurze Statements der Brüder zu diversen
Themen.






