STILL WATERS
März 1997
Mit 'Still Waters' schafften es die Bee
Gees nach zuletzt mageren Verkäufen und
Chartsplatzierungen, ein Album abzuliefern, das weltweit, also auch in
den USA, Akzeptanz fand. Nicht nur das: es erreichte in den USA sogar
Platinstatus und nur in Deutschland verkauften die Bee
Gees mehr Exemplare als jenseits des Atlantiks.
Ein Grund für den Erfolg war sicher die vorab veröffentlichte Single 'Alone', die zwar nicht die absolute Spitze der Charts erreichte, durch massiven TV-Einsatz sich dort jedoch sehr lange tummeln konnte. Das half das Album langsam aber sicher unters Volk zu bringen. Außerdem ging die Band auf ausgedehnte Welttournee. So konnten sie bis in den Herbst hinein auch die Folgesingles weltweit im Fernsehen optimal promoten.
Der Aufwand, der für dieses Album erbracht wurde, musste sich aber auch lohnen, denn die Produktion musste, im Gegensatz zu den vorigen Alben, Unsummen verschlungen haben. Wenn man sich die Liste der Produzenten und Musiker anschaut, fragt man sich, ob die Bee Gees eine Shuttle-Service mit Bussen organisieren mussten, um diesen Ansturm auf die Middle Ear Studios zu bewältigen. Denn man hatte sich richtig etwas vorgenommen: die Liste der engagierten Co-Produzenten klang wie das "Who is Who" des US-Mainstreams. Russ Titleman, David Foster, der Brite Hugh Padgham, Raphael Saadiq und Arif Mardin (==> News) ließen auf dem Album zwar kaum neue Impulse einfließen, aber sie verstanden es, das Album auf den amerikanischen Markt hin zu trimmen, für garantiertes Airplay, was in den Staaten noch immer das Wichtigste war.
Erstaunlicherweise, oder vielleicht auch gerade deswegen, klingt das Album wie aus einem Guss, was aber auch das Verdienst der Bee Gees war, da sie sich natürlich das letzte Wort vorbehielten.
Die Songs stehen allerdings auch ein wenig im Schatten der perfekten Produktion. Leider gibt es viele Durchhänger, aber auch großartiges wie 'Irresistible Force' (von Robin Gibb vorzüglich interpretiert) oder 'My Lover's Prayer', ein Song der das Zeug zum Evergreen hat.
'Still Waters' war das letzte richtig große Bee Gees Album, mit allem Brimborium und Täterätä, das ein solches Album braucht, damit man es entweder hasst oder liebt. Die Tournee zum Album wurde unter dem Titel One Night Only wurde zu einem Triumphzug der Bee Gees durch die Welt. Sie leitete gleichzeitig eine umfangreiche Rückschau ein, verbunden mit diversen Jubiläen, die die Band inzwischen feiern konnte!







