BEE GEES Discografie

ROBIN GIBB. MY FAVOURITE CHRISTMAS CAROLS

November 2006

Robin Gibb widmet sich auf diesem Album britischem, volkstümlichem Liedgut, das in der Regel um die Weihnachtszeit herum angestimmt wird. Den Liedern ist zueigen, dass sie allesamt einen festlichen Charkter haben. Diesen versucht Robin Gibb auch herüberzubringen. Möglicherweise lag es aber an den Studioterminen im Spätsommer oder an den billigen Synthesizerklängen, dass diese "Festlichkeit" auf der Strecke blieb. Robin Gibb singt wie meine Oma füher immer sang. Sie traute sich nie aus vollem Herzen zu singen, weil sie befürchtete, die feierliche Stimmung zu sabotieren. Das Ergebnis war, dass sie nie sang, wie sie es hätte tun können. So ist das auch auf diesem Album.

Die Auswahl der Songs ist so vorhersehbar wie die Produktion gefällig ist. Außerdem liegt Robin bei den meisten Songs völlig daneben, da sie für seine Stimme überhaupt nicht geeignet sind. Da passierts, dass er in "Silent Night" tief in den Keller muss, um den rechten Ton zu finden, während er in anderen Songs versucht fehlende hohe Töne durch ein Falsett zu ersetzen, dass so überhaupt nicht nach Robin Gibb klingt. Da hilft auch kein Kinderchor, kein Glockengebimmel, auch keine akustische Gitarren (aus dem Computer) und kein süßlich klebriges Synthesizergewabere.

Bleibt zu vermelden, dass das Album ein Highlight enthält. "Mother Of Love", live aufgeführt beim Brahma Kumaris Event im September, eröffnet das Album. Und obwohl Produktion und Instrumentierung ebenso billig klingen wie der Rest des Albums, gelingt hier, was man sich von den Carols ebenso gewünscht hätte. Robin Gibb braucht nämlich eigentlich gar keinen Background. Wenn er sich die richtigen Songs aussucht (oder am besten selbst schreibt) funktioniert das auch. "Mother Of Love" ist ein Robin Gibb Klassiker, der stark an sein Songwriting der späten 60er erinnert, einen unschlagbaren Refrain hat und nach drei Minuten zu Ende ist. Wirklich große Klasse! (Sämtliche Einnahmen aus "Mother Of Love" kommen im übrigen der Janki Foundation for Global Healthcare zu Gute.)

"Mother Of Love" ist auf der deutschen CD 3:15 lang, auf der asiatischen jedoch nur 2:51. Die längere Version wurde auch auf RobinGibb.com eine zeitlang gespielt, später jedoch gegen die kürzere ausgetauscht.
In Deutschland beinhaltet das Album noch drei Bonustitel, die jedoch nichts Neues bringen! "Ellan Vannin" ist die bekannte Version von 1998 und "Come Some Christmas Eve Or Halloween" war bis zum 10 November zwar unveröffentlicht, ist inzwischen jedoch auf dem Box-Set The Studio Albums 1967-1968 erschienen. Beide Titel retten gemeinsam mit "Mother Of Love" diese CD gerade noch vor der völligen Einfaltslosigkeit.
Der dritte Bonustrack ist ein instrumentales nach Kindergarten klingendes knapp 6-minütiges Medley all der Weihnachtslieder, die auf dem Album enthalten sind.

Die CD enthält noch eine Bonus-DVD, bzw. in Europa einen Multimediatrack, der einen 10-minütigen Film bereithält, in dem Robin Gibb von seinen weihnachtlichen Erlebnissen aus seiner Kindheit erzählt, was ihm die Lieder und das Weihnachtsfest im Speziellen bedeuten usw usw usw. Daneben sieht man Ausschnitte aus dem Wohnzimmer des Produzenten, bei dem das Album produziert wurde.


 
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