KENNY ROGERS. EYES THAT SEE IN THE DARK
Oktober 1983
Mit diesem Kenny Rogers
Album, das genau ein Jahr nach Dionne Warwicks
Heartbreaker in den Läden stand, entfernten sich die Gebrüder Gibb
vollends vom europäischen Markt. Ihre Produktionen wurden immer mehr
auf den US-amerikanischen Markt hin zugeschnitten, was den europäischen
Musikhörer und -käufer jedoch relativ kalt ließ, in den Staaten aber
oftmals für Furore sorgte. So auch dieses Album.
Für die Plattenfirma RCA, die immerhin Elvis Presley im Prgramm hat, war diese Gibb-Produktion der größte Verkaufserfolg in der langen Firmengeschichte. Kenny Rogers, so etwas wie der amerikanische Roger Whittaker, der in Amerika zu den Countrysängern zählt, kommt mit dem Bee Gees Material allerdings überhaupt nicht zurecht, zumal hier auch kein Country geboten wird (nicht nur deshalb, weil die Bee Gees keine Country Nummern schreiben können, sondern auch weil Kenny Rogers ein ganz profaner Schlagersänger ist) und eine Pop Platte kann man das leider auch nicht nennen. Lediglich der Hit 'Islands In The Stream' ist eine überzeugende Country-Pop Single, die jedoch ohne die Duett- Partnerin Dolly Parton und ihre Stimme ebenso uninteressant ausgefallen wäre.
Das Duett schaffte in den USA mühelos die Nummer 1 der Single Charts und ist zu einem Klassiker des amerikanischen Mainstream Radios geworden - und einer der meist gecoverten Songs der Gebrüder Gibb. In Europa fand das Album jedoch nicht viele Freunde. In Deutschland war es gar einiges der wenigen Gibb-Produkte, das überhaupt nie in die Charts kam.
Barry Gibbs Demos zu diesem
Album, die er nicht im Falsettgesang aufnahm (da die Songs nicht für
eine Frau geschrieben wurden) sind qualitativ so gut, dass viele Fans
glauben, Barry Gibb hätte dieses Material
zu seinem Soloalbum machen sollen.
Im Oktober 2006 hat Barry Gibb
die Demos über iTunes als Download veröffentlicht.






