E-S-P
Oktober 1987
'E-S-P' brachte die Bee Gees,
vor allem der Single 'You Win Again' wegen, in alle Charts der Welt
zurück (außer in den USA). Durch die Übernahme von Atlantic
Records durch Warner Brothers
(ihrer neuen Plattenfirma), konnten die Bee Gees
12 Jahre nach der gemeinsamen Arbeit auf dem Album Main Course wieder einmal Arif
Mardin (==> News) als
musikalischen Leiter verpflichten, was das Album sehr zeitgemäss und
extrem professionell klingen lässt. Und das - leider - im negativsten
Sinn des Wortes. Die typisch amerikanische Produktion ist eine ernste
Zumutung. Das Album klingt nach dem Einheitsbrei, dem so viele auf
Chartserfolg in den USA getrimmten Alben damals zum Opfer fielen. Nicht
mehr Musiker sondern die Software bestimmte den Sound eines Albums. Die
Liste der beteiligten Musiker zeigt sehr viel mehr Keyboarder (also
"Programmierer und Computerexperten") als einem Rockalbum gut tun können.
Schade, weil auf dem Album einige sehr gute Titel enthalten sind, die
eine bessere Produktion verdient gehabt hätten.
'You Win Again' war zwar ein Mega-Knaller, ist aber längst
nicht der beste Titel auf dem Album (Im Gegenteil!). Seinen Erfolg kann
man aber nur schwer ignorieren. In Europa war der Song praktisch
überall auf Platz 1 der Charts und auch die drei Nachfolgesingles
liefen recht gut und gaben den Bee Gees
viel Airplay.
So endete eine lange
Durststrecke für die Band und ihre Fans. Und auch wenn das Album für
manchen eine Enttäuschung war, ließ es doch wieder optimistisch in die
Zukunft blicken! Alleine das kommerzielle Desaster des Albums in den
USA musste Plattenfirma und Band alarmieren. Denn ohne den
amerikanischen Markt ist kostendeckendes Arbeiten eigentlich kaum
möglich. Da musste man sich etwas einfallen lassen. Erste Maßnahmen
waren ungewöhnlich viele 12"-Veröffentlichungen mit diversen Mixen der
Single Tracks, was den Verkauf des Albums in den Staaten allerdings
kaum ankurbelte.




